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Wenn der Wachhund zum Wolf wird: Angst in der Psychiatrie

Angst als eines der menschlichen Grundgefühle befähigt uns, mit neuen, verunsichernden Situationen besser zurechtzukommen. Da sie immer einen psychophysischen Alarmzustand hervorruft, ist sie im Lebenskampf hilfreich und nimmt gleichsam die Funktion eines „Wachhundes“ wahr. Völlige Angstfreiheit würde das Überleben verunmöglichen und ist deshalb keineswegs anzustreben.

Problematisch wird die Angst dann, wenn sie überhand nimmt, inadäquate Stressreaktionen auslöst, unsere Gefühle dominiert und alle Aktivitäten blockiert. Das friedliche Haustier wird dann gleichsam zum „reißenden Wolf, der die Seele auffrisst“. Beispiele dafür sind Panikattacken, Zwänge, Phobien oder die heute so häufig diagnostizierte posttraumatische Belastungsstörung. Die „Teufelsspirale der Angst“ greift tiefer und tiefer in das körperliche und psychische Wohlbefinden, in Leistungsfähigkeit und Sozialverhalten ein und dominiert das Lebensgefühl.

Angst ist aber auch eines der wichtigsten Symptome der meisten psychischen Erkrankungen, von der Neurose bis zur Psychose, von der Persönlichkeitsstörung bis zu Drogenproblemen reichend. Im Referat werden die verschiedenen Angstformen beschrieben, ihre biologischen und psychosozialen Grundlagen analysiert und die Entstehungsmechanismen bei den verschiedensten Störungsbildern aufgezeigt.

Den Abschluss bilden Hinweise auf Präventions- und Selbsthilfemöglichkeiten sowie die Darstellung des therapeutischen Vorgehens bei Angsterkrankungen. Alle diese Bemühungen streben auf das Ziel hin, den Angstpatienten wieder zum Herrn in seinem eigenen Haus zu machen.

10:45 - 12:00

Reinhard Haller

Reinhard Haller

 
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