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Ist Gott zum Fürchten?

Die Gottesfurcht leidet unter einem Popularitätstief unter uns Christen. Wir sind so auf unser Ego fixiert, dass wir ja Glauben und Religion und Gott nur noch für unsere seelische Wellness brauchen und gelten lassen. Warum soll ich mir das antun, dass ich Gott „fürchte“? Heutige Gläubige kritisieren mit Recht, dass auch im christlichen Bereich ein angstmachendes Bild eines stets bestrafungsbereiten Oberpolizisten-Gottes verkündet wurde. - Und doch führt für uns Christen kein Weg an einer recht verstandenen Gottesfurcht vorbei: Die Gottesfurcht wird von der Heiligen Schrift als der „Anfang der Weisheit“ (Spr 9,10) gepriesen und gilt als eine der sieben Gaben des Heiligen Geistes!

Wenn Gottesfurcht gesund und lebensfördernd sein soll, dann muss das Wesen dessen gekannt werden, der hier gefürchtet werden soll, also das Wesen Gottes. Solange man sich Götter als unberechenbare Jenseitswesen vorstellt, die rachsüchtig die kleinsten Fehler der Menschen ahnden, wird man in der Furcht vor diesen weltjenseitigen Terroristen nur ein Übel sehen können. Wo die Offenbarung aber den Blick auf einen Gott eröffnet, der sich in seiner Selbsthingabe am Kreuz als „die Liebe“ (1 Joh 4,8.16) ausdefiniert, da wandelt sich die „Furcht vor dem Unberechenbar-Grausamen“ in eine „Furcht vor dem Unfasslich-Liebenden“. Da gilt: „Furcht gibt es nicht in der Liebe, denn die vollkommene Liebe vertreibt die Furcht.“ (1 Joh 4,18) Ohne Gottesfurcht wären wir schlechte Christen; dann wären wir nämlich gegenüber unserem Schöpfer und Erlöser skrupellos kalt geworden. Wir hätten nämlich jene Besorgnis verloren, die das Kennzeichen echter Liebe ist: der Liebe des anderen, dem Übermaß der Liebe Gottes auch adäquat zu antworten ...

16:30 - 17:30

Karl Wallner

Karl Wallner

 
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